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ZUM URSPRUNG

Über Jahrhunderte wurde Bier bei Raumtemperatur mit
obergäriger Hefe gebraut; und wenn etwas schiefging, entstand
eben „Sauerbier“.

Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte der Braumeister Dreher
in Schwechat bei Wien das Brauen mit untergäriger Hefe.
Diese Hefe vergärt optimal bei Temperaturen um 10 Grad
Celsius, also musste im Brauprozeß gekühlt werden. Zudem
musste dieses Bier zur Reifung kühl gelagert werden (daher
stammt noch heute die Bezeichnung „Lager-Bier“), und wieder
brauchte man dafür Kühlung.

Aber wie konnte man in der warmen Jahreszeit kühlen?
Die Erfindung der Kältemaschine durch Linde sollte noch
einige Jahrzehnte auf sich warten lassen. Also nutzte man
kühle Keller und und senkte die Temperatur dort weiter
ab durch Natureis, das im Winter „geschnitten“ wurde.

Diese moderne „Wiener Brauart“ breitete sich über Bayern
(„Münchner Brauart“) weiter aus. Überall entstanden neue
Braustätten, die nach „Wiener und Münchner Brauart“ brauten,
unter anderem in Pilsen, aber auch 1863 in Bergedorf.
So entwickelten sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
die Vorläufer unserer heutigen Pils- und Lagerbiere.

Das damals moderne Bier hatte aber noch andere
Eigenschaften, als wir sie heute kennen:

• Die Farbe war nicht blond, sondern dunkelgold bis braun.
Denn das Malz wurde in den Mälzereien dunkler gedarrt;
und im Brauprozeß – besonderes beim Maischen und Läutern —
verstärkte der Sauerstoff aus der Luft die Färbung weiter.

• Hopfen spielte als Aroma- und Geschmacksbildner sei jeher
eine Rolle. Er war im 19. Jahrhundert im Norden aber noch
knapp und teuer. Also setzte man Hopfen sparsam ein; und
die Biere schmeckten nur wenig bitter und stärker malzig.

• Schwach gehopftes Bier war auch weniger haltbar. Deshalb
besann man sich namentlich zum Sommer eines anderen
Mittels zur Verlängerung der Haltbarkeit: Alkohol! Die Biere
wurden einfach etwas stärker eingebraut, wir alle kennen
das vom „Märzen“.

Diese drei Eigenschaften zeichnen auch Bergedorfer Bier
urkräftig aus; eine Rückkehr zum Ursprung der modernen unter-
gärigen Brauverfahren und zu einem Bier, wie es damals auch
in der Bergedorfer Brauerei von 1863 gebraut wurde.

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